Mexikanische Kultur

Mexiko auf einem Teller

Written by Julietta Torbus

Die Küche im mexikanischen Stil besteht aus bunten Patchwork-Fliesen an den Wänden, handbemalten Fliesen auf dem Boden, Kupferspülen und Lampen. Mexikanisch auf dem Teller sind mehrfarbige Gerichte mit einer Vielzahl von Gerüchen und Geschmäckern. Die bekanntesten sind Taco, Buritto, Quesadilla, Chili con Carne oder Guacamole.

Eine wunderbare Mischung

Die mexikanische Küche ist eine ungewöhnliche Mischung. Es verbindet die kulinarischen Traditionen der Alten und Neuen Welt. Konquistadoren haben Elemente der spanischen Küche auf den amerikanischen Kontinent gebracht. Ihnen ist es zu verdanken, dass Rind- und Schweinefleisch sowie Käse in Mexiko auftauchten. In präkolumbianischen Zeiten kannten die Indianer kein Fett – das Essen wurde gedünstet, gebacken oder gekocht. Mexiko hingegen schenkte der Welt Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Avocados, Bohnen, Mais, Kürbis, Yamswurzeln, Erdnüsse, Kakao, Vanille – Produkte, ohne die ein modernes Menü nur schwer vorstellbar ist.

Tortilla ist die Grundlage

Trotz europäischer Einflüsse hat die mexikanische Küche ihren Charakter nicht verloren. Die Ernährung des mexikanischen Volkes basiert auf den drei wichtigsten Produkten: Bohnen, Mais und Chili. Die meisten Gerichte basieren auf Tortilla, einem dünnen Kuchen aus Mais- oder Weizenmehl. Je nach Region und kulinarischem Geschmack sind diese Kuchen mit Fleisch, schwarzen Bohnen und Kartoffeln gefüllt. In der amerikanischen Version wird der Buritto mit mehr Zutaten und mit Guacamole, Salsa oder Sahne serviert. Ein weiteres Gericht auf Tortillabasis ist die Quesadilla. In diesem Fall wird der Pfannkuchen in Käse umgewandelt, auf die Hälfte gefaltet und in einer speziellen Form auf kleiner Flamme erhitzt, damit der Käse schmilzt und die Tortilla nicht zu stark anbackt. Zusätzlich zum Käse können gehackte Jalapeño-Paprika oder Chorizo-Würste hinzugefügt werden. Kleine Tortillastücke, die auf einer Form gebacken werden, sind weltberühmte Nachos. Knusprige Kuchen werden als Snack serviert. Sie werden in Guacamole, Salsa oder geschmolzenem Käse eingeweicht.

Zwischen den Fiestas und dem Fasten

Die mexikanische Küche ist fest in der Geschichte und Kultur des Landes verwurzelt. Im November 2010 wurde es in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes (UNESCO) aufgenommen. Neben dem Reichtum an Geschmäckern und jahrhundertealten kulinarischen Techniken wurde auch die Atmosphäre geschätzt, die das Essen begleitet. Mexikaner lieben Fiestas, Tanzen und Singen. Das Schlemmen in einer großen Gruppe ist eine Gelegenheit, Spaß zu haben und die Familienbande zu stärken. In Mexiko ist die kulinarische Tradition seit Jahrhunderten mit dem christlichen Glauben verbunden. Der Kalender der religiösen Ereignisse bestimmt die Art und Weise des Essens. Besonders sorgfältig wird auf die Einhaltung der Regeln der Fastenzeit geachtet, in der man kein Fleisch essen sollte.

Im Schatten von Fast-Food und Coca-Cola

 

Leider geben die Mexikaner, vor allem die in den Großstädten lebenden, ihre große Küche zugunsten der amerikanischen Art zu essen auf. Die minderwertigen Fast-Food-Produkte, die mit der allgegenwärtigen Coca-Cola getrunken werden, führen zu Fettleibigkeit, die in Mexiko zu einem sozialen Problem geworden ist. Bis zu 70% der Bevölkerung des Landes kämpfen gegen Übergewicht. Es ist kaum zu glauben, dass sie im Streben nach Modernität ihre gesunde kulinarische Tradition, die auf frischem Gemüse und Obst basiert, leichtfertig aufgeben.

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